Die Stille der Unschuld - Der Künstler Gottfried Helnwein 116 Min., 2009 Ein Film von Claudia Schmid

Synopsis

Gottfried Helnwein ist seit über vierzig Jahren einer der bekanntesten und umstrittensten deutschsprachigen Künstler der Nachkriegszeit. Die renommiertesten Museen der Welt reißen sich um seine Bilder und seine Ausstellungen erzielen höchste Besucherzahlen. Mit seinen hyperrealistischen Darstellungen gequälter Mädchen aus den 70er Jahren bis hin zu den Malereien und Fotografien von heute schockiert, fasziniert und berührt er ein weltweites Publikum.

Helnwein ist ein Künstler klarer, kompromissloser Aussagen. Er konfrontiert die Betrachter mit den dunklen Seiten menschlicher Natur, der Manifestation von Gewalt und Macht. Sein zentrales Thema ist das Kind als verletztes und misshandeltes Wesen. Helnwein führt uns die Leidensfähigkeit des Menschen am Schicksal des Kindes vor Augen und macht den Betrachter zum Mitwissenden und Mittäter. In seinen Selbstbildnissen stellt er den Künstler als einen mit dem Kind verbündeten Märtyrer dar. Seine Bilder dringen ins Unterbewusstsein und rufen die individuellen Schreckensbilder der eigenen und der kollektiven Geschichte wach. Der Betrachtende kann sich kaum der Faszination entziehen, die von der Detailgenauigkeit der Fotografie in Verbindung mit dem inneren Leuchten altmeisterlicher Malerei herrührt.

Helnwein hat sich zeitlebens als politisch reflektierter Künstler, der fortwährend das aktuelle und historische Weltgeschehen analysiert, mit dem nationalsozialistischen Erbe und den perfiden Mechanismen des Faschismus auseinander gesetzt.

Claudia Schmid hat den Künstler zwei Jahre lang mit der Kamera in seinem Schloss in Irland und Studio in LA begleitet und die Entstehung mehrerer überlebensgroßer Gemälde und Fotografien dokumentiert. Der Film vermittelt einen intensiven Einblick in die verschiedenen künstlerischen Schaffensprozesse und einen Zugang zu der geistigen Welt seiner Kunst und der zugrunde liegende Lebenshaltung. In der Verbindung von filmischer Beobachtung und Gesprächen über Kunst, Politik und Gesellschaft entsteht ein dichtes Portrait über einen radikalen und kompromisslosen Freigeist von heute.

Credits:
Buch & Regie: Claudia Schmid
Kamera: Susu Grunenberg
Ton: Jens Krähnke
Editing: Kawe Vakil

Color Correction: Dany Schelby


Producerin: Monika Mack
Produzentin: Birgit Schulz
Redaktion: Reinhard Wulf (WDR/3sat)
Im Auftrag von WDR / 3sat ©2009
Verleih: mfa+ FIlmdistribution